Die „Sommerakademie“ wird eine offizielle Abteilung des Kunstvereins.

„2. Sommerakademie Hamm“

vom 17. bis 23. Juli 1995
im Gustav-Lübcke-Museum

„Dialogisches Malen“

Barbara Heinisch
und
Branko Canak, Cordula Fricke, Dagmar Keiser, Dörthe Eickelberg, Christian Lank, Daniel Meyer, Emina Musina, Silke Rest, Emine Topcu, Ulrike Train, Marianne Walter, Christine Walterscheid, Isabelle-Marie von Zitzewitz

WA vom 25. 7. 1995:
Die Begeisterung der Teilnehmer begeisterte auch Barbara Heinisch
Von Gisbert Sander

HAMM Welche Erfahrungen die Teilnehmer der „Sommerakademie Hamm 1995“ mit Barbara Heinisch gesammelt haben, was gut oder was schlecht war an dem einwöchigen Workshop für talentierte Nachwuchskünstler auch ganz Westfalen, das sollte das vom Kunstvereins-Vorsitzenden Klaus Lewerentz moderierte „Werkstattgespräch“ klären, das am Sonntagnachmittag im Gustav-Lübcke-Museum die Eröffnung der abschließenden Ausstellung begleitete.
Neue Erfahrungen konnte auch die Düsseldorfer Künstlerin Barbara Heinisch sammeln, denn sie hatte mit dem vom Westfälischen Anzeiger gemeinsam mit dem Museum, dem Maxipark , der Volksbank Hamm und dem Kunstverein veranstalteten Workshop erstmals eine intensive Gruppenarbeit mit Jugendlichen durchgeführt: „Da war auch mein Verhalten nicht so ganz einfach.“ Trotzdem lobte sie die schnelle Aufnahmefähigkeit der Jugendlichen, die anschauliche Umsetzung ihrer Vorgaben in Malerei und das flüssige Arbeiten. Barbara Heinisch: „Die Begeisterung der Teilnehmer hat mich beflügelt.“
Ein enormes Arbeitspensum musste während der sieben Tage bewältigt werden; jeder der 14 Teilnehmer fertigte pro Tag ein bis zwei Bilder an. Dadurch kam zum Schluss eine so große und vielfältige Fülle vor Arbeiten zusammen, dass die Auswahl für die bis zum Ende der Sommerferien dauernden Ausstellung im Gustav-Lübcke-Museum schwierig war: Weniger als ein Drittel kann gezeigt werden. „Es ist ein so großes Spektrum zustande gekommen, dass ich zugeben muss, erschöpft zu sein“, so die künstlerische Leiterin.
Von der Entwicklung der Arbeit und der Atmosphäre berichteten die Teilnehmer. Christian Lank resümierte, dass er anfangs versucht habe, einem bestimmten Anspruch zu entsprechen: „Ich wollte der Aufgabenstellung gerecht werden.“ Erst nach und nach, vor allem auch durch den Dialog mit seinem Gegenüber, habe sich die Spannung gelöst. „Man hat sich durch das Malen besser kennengelernt“, fasste Dörthe Eickelberg zusammen. Das Gegenüber habe seinen Beitrag zum Bild geleistet - und erfüllte damit eine Notwendigkeit des „dialogischen Malens“. „Ich bin selber begeistert, was sich aus den Vorgaben entwickelt hat“, wies Barbara Heinisch auf die durchaus eigenständigen Leistungen der Teilnehmer, die im September ins Düsseldorfer Atelier der Künstlerin eingeladen sind.
Kritik hatten die Teilnehmer kaum - weniger ernst gemeint war der Hinweis der hochgewachsenen männlichen Jugendlichen, für die die Betten im Jugendgästehaus Sylverberg nicht ganz lang genug waren. Ein dickes Lob aber spendeten sie den „Herbergseltern“ Martina und Werner Berghaus, die für eine ganz hervorragende Atmosphäre im Jugendgästehaus gesorgt haben. Das einmütige Fazit aller Beteiligten schließlich lautete: „Das war eine gelungene Aktion.“